Ruth Köppen schreibt eine westdeutsche Geschichte der Armut seit dem Zweiten Weltkrieg. Neben der Schilderung der allgemeinen Ursachen von Armut wie Krieg und Vertreibung, Obdachlosigkeit, und Arbeitslosigkeit, geht sie sexistischen und rassistischen Diskriminierungen von Frauen in den verschiedenen Fürsorge-, Versorgungs- und Sozialversicherungssystemen nach. Sie stellt die Haus- und Erwerbsarbeit in ihrem historischen Wandel dar. Das Buch dokumentiert eindrücklich, dass Frauen vielschichtig diskriminiert werden. Trotz EU-Gleichstellungsgesetz sind die geschlechtsspezifischen Benachteiligungen weiterhin vorhanden. Die Autorin schliesst denn auch mit einem Plädoyer für sozialpolitisches Engagement. axt.
R. Köppen, Armut und Sexismus, Berlin, Elefanten Press, 1994
