Die Schweiz und die Bestrebungen zur Bildung einer Europäischen Währungsunion

Die Studie wurde im Auftrag der Kommission für Konjunkturfragen erstellt und Ende 1992 abgeschlossen. Sie ist deshalb nicht mehr topaktuell. Allerdings sind die meisten Argumentationen so allgemeiner Natur, so dass sie nicht unbedingt veralten. Die Autoren legen keine allgemeine Analyse der WWU vor. Ihnen geht es vor allem um eine Bewertung der verschiedenen Optionen, die sich für die Schweiz bei den verschiedenen möglichen Varianten der künftigen Währungspolitik der EU-Länder ergeben. Eine abschliessende Schlussfolgerung ergibt sich dabei für die Autoren nicht. Die möglichen negativen wie positiven Effekte der verschiedenen Optionen werden gleichermassen distanziert dargelegt.

Laut den Autoren können die möglichen positiven und negativen Effekte quantitativ nicht erfasst werden, so dass eine quantitativer Schlusssaldo der Vor- und Nachteile nicht errechenbar ist. Das Hauptgewicht legen sie bei ihren Argumentationen dabei auf die mögliche Budgetpolitik der EU-Staaten in einer Währungsunion. Die Autoren vertreten die Ansicht, dass die WWU manche der EU-Staaten zu einer lockeren Ausgabenpolitik verleiten könnte, da die negativen Effekte (Inflation) sich auf den gesamten EU-Raum verteilen dürften. Laut den Autoren ist den ,asymmetrischen Schocks" bei der Beurteilung der WWU kein grosses Gewicht zuzuschreiben. Allerdings setzen sie bei dieser Beurteilung voraus, dass Ausgleichszahlungen sowie Lohn- und Preissenkungen in den betroffenen Regionen zum Spielen kommen.

Ernst Baltensperger, Thomas Jordan, Die Schweiz und die Bestrebungen zur Bildung einer Europäischen Währungsunion, Bern, Haupt, 1993.

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