Erstaunen löste die Studie über "Frauen in der ländlichen Wirtschaft", die vom EG-Referat für Chancengleichheit der GD V finanziert wurde, nicht aus. Der wirtschaftliche Beitrag der Frauen ist gross und ihre finanzielle und soziale Situation schlecht. Gegenüber den Frauen in den städtischen Gebieten sind die Frauen auf dem Lande nochmals benachteiligt: schlechtere Infrastrukturen (Kinderhütedienste, Nahverkehrsmittel), zu wenig Arbeitsplätze, ungleiche Verteilung der häuslichen und familiären Aufgaben sowie benachteiligende kulturelle Einstellungen. Die Beschäftigungsquoten der Frauen sind auf dem Lande bedeutend tiefer - ohne dass sie deshalb weniger arbeiten würden.
Ob die Forderungen im Schlussteil auch umgesetzt werden, wird sich zeigen. Angesichts des Geldmangels und der inkohärenten Frauenpolitik (siehe EM 3/95, Schunter-Kleemann) in der EU besteht allerdings wenig Hoffnung auf die Umsetzung der Forderung.
Die Länderübersichten zeigen, wieviel Datenerhebungsarbeit geleistet wird. Davon könnte die Schweiz viel lernen, sind genaue Daten doch Voraussetzung für politische Forderungen. Die Schweiz ist bekannt als "statistisches Entwicklungsland".
"Grünes Europa" ist eine Publikationsreihe der EU-Kommission zum Bereich 'Landwirtschaft'. axt.
Grünes Europa, 1/94, EU-Kommission, Amt für amtliche Veröffentlichungen der EU, L-2985 Luxembourg. Katalognummer: CC-AK-94-001-DE-C.
