Europas Bauten bleiben Energiefresser
Bei den Verhandlungen über die Neufassung der europäischen Gebäuderichtlinie haben sich EU-Ministerrat, Parlament und Kommission Mitte November 2009 in Brüssel auf einen Kompromiss geeinigt. KlimaschützerInnen zeigten sich enttäuscht, dass das enorme Energieeinsparpotenzial im Gebäudesektor mit der Einigung weitgehend ungenutzt bliebe: "Die EU-Regierungen haben fast alles gestrichefl, was die energetische Sanierung vorantreiben könnte", kritisiert Stefanie Langkamp, Klimaschutzreferentin des Deutschen Naturschutzrings (DNR). Mit einer ambitionierten Richtlinie hätte die EU ihre CO2-Emissionen und ihre Energieabhängigkeit erheblich reduzieren, eine halbe Million neuer Arbeitsplätze schaffen und mehrere Milliarden Euro an Heiz- und Stromkosten sparen können.
Die EU-Parlamentarierlnnen konnten sich in den Verhandlungen weder mit konkreten Ausbauzielen für Niedrigenergiehäuser noch mit einer Vorreiterrolle für den öffentlichen Sektor durchsetzen. Auch lehnten die Mitgliedstaaten im Rat dieVerptlichtung ab, finanzielle und steuerliche Anreize für Investitionen in energieeffiziente Gebäude zu schaffen.
Bei den Neubauten konnte das Parlament hingegen einen Erfolg verbuchen. Für diese gilt ab 2021 der Niedrigenergiestandard, für neue öffentliche Gebäude schon ab 2019. Allerdings machen neue Gebäude nur ein Prozent des Gebäudebestandes aus. 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der CO2Emissionen in der EU entfallen auf den Gebäudesektor. www.dnr.de. Hintergrundpapier: www.eu-koordination.de, umwelt aktuell, Dezember 2009/Januar 2010, S. 15
